Form der einheimischen Sprue, die sich entweder im Kindesalter oder um das 40. Lebensjahr manifestiert
Ursachen
- Überempfindlichkeit gegen die Gliadin- Fraktion des Glutens im Klebereiweiß vieler Getreidesorten
- Vermutl. genet. Ursache, da fast alle Betroffenen einen bestimmten HLA-(Human Leukocyte Antigen)-Typ aufweisen
- Hohe Assoziation mit D. m. Typ 1, anderen Autoimmunerkrankungen, Trisomie 21, Ulrich-Turner-Syndrom
Symptome
- Zunehmend Durchfälle ca. 3 Mon. nach Einführung getreidehaltiger Kost
- Abdomen groß u. vorgewölbt, magere Extremitäten
- Kinder sind schwach, blass u. oft missgelaunt
- Eisenmangelanämie mit zunehmender Zerstörung der Darmschleimhaut, Gedeihstörung
- Bei leichteren Verläufen spätere u. weniger charakteristische Symptomatik
- Bei 40 % fehlen gastrointestinale Symptome, Manifestation über Haut und Schleimhäute: Zungenbrennen, Blässchen an Streckseiten der Extremitäten
Diagnostik
- Anamnese, klin. Bild
- Dünndarmbiopsie zur Diagnosesicherung (Zottenatrophie)
- Nachweis von Endomysium-AK im Blut
Therapie
- Lebenslange glutenfreie Diät
- Zur Kompensation bereits eingetretener Verluste initial Substitution von Vitaminen
u. Eisen → langsamer Rückgang der Symptome
Hinweise zur Pflege
- Beobachtung: Stuhl (Häufigkeit, Aussehen), Ernährungszustand u. Zustand des Pat., Einhaltung der Diät
- Aufklärung von Pat. u. Eltern über glutenfreie Diät: verboten sind Weizen, Roggen,
Gerste, Dinkel, Grünkern; erlaubt sind z. B. Hirse, Mais, Soja, Reis, Kartoffeln, Buchweizen; Hafer ist erlaubt, ist aber oft mit Gluten verunreinigt - Kontaktaufnahme zur Deutschen Zöliakie- Gesellschaft u. Betreuung durch Ernährungsberaterin empfehlen, Selbsthilfegruppen
Besondere Informationen
- Häufigkeit 1 : 500
- Bei konsequent glutenfreier Diät gute Prognose, sonst erhöhtes Risiko für maligne
Lymphome
