A-Z

A

ACE-Hemmer 
Arzneimittel zur Hemmung von Angiotensin-Converting-Enzym; blutdrucksenkende und herzentlastende Wirkung

Adipositas
Syn.: Fettleibigkeit, Fettsucht; Übergewichtigkeit mit Body-Mass-Index > 30 kg/m2; Geg.: Kachexie

Alveolen 
Lungenbläschen, über die der Gasaustausch erfolgt

Anasarka 
Nicht entzündliches Ödem der Unterhaut; Folge einer Stauung des Bluts im venösen System des Körperkreislaufs bei Rechtsherzinsuffizienz

Anspannungsphase 
Der Herzmuskel kontrahiert; da die Taschenklappen noch geschlossen sind, erhöht sich der Druck in der Herzkammer und die Segelklappen schließen sich

Aorta 
Große Körperschlagader

Aortenklappe 
Lat.: Valva aortae; Klappe zwischen linker Kammer und Aorta

Arterien 
Vom Herzen wegführende Blutgefäße

Arteriosklerose
Krankhafte Veränderung der Arterienwände, wobei das Gefäßendothel geschädigt wird und es zu einer Wandverdickung kommt; umgangssprachlich „Arterienverkalkung“ 

Aszites 
Syn.: Bauchwassersucht; Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle

Atemfrequenz 
Abk.: AF; Anzahl der Atemzüge pro Minute; Normalwert beim Erwachsenen: 12–20 Atemzüge/Min.

Austreibungsphase (Herzkreislauf) 
Übersteigt der Kammerdruck im Herzen den Blutdruck in der Aorta bzw. im Truncus pulmonalis, öffnen sich die jeweiligen Taschenklappen, und das Blut wird in den Körper- bzw. Lungenkreislauf ausgeworfen

AV-Knoten 
Teil des Erregungsleitungssystems des Herzens; liegt im Vorhofseptum; sekundärer Taktgeber, wenn der Sinusknoten ausfällt; 40–50 Erregungen pro Minute

Ätiologie 
Krankheitsursachen; Lehre von den inneren und äußeren Ursachen für eine Erkrankung


B

Ballondilatation 
Perkutane transluminale koronare Angioplastie Abk.: PTCA

Betablocker 
Substanzen mit Affinität zu β-Rezeptoren des Sympathikus; als Arzneimittel häufig eingesetzt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, v. a. arterieller Hypertonie

Blutdruck 
Druck, den das Blut auf die Gefäße ausübt. Physiologische RR-Werte in Abhängigkeit vom Lebensalter

LebensalterBlutdruck-Normwerte
Frühgeborene 1000–2000 g45–50 mmHg (systolisch)
Neugeborene über 2000 g70–80 mmHg (systolisch)
Säuglinge65–85 mmHg (systolisch)
Kleinkinder95/60 mmHg
Schulkind 6.–9. Lj.100/60 mmHg
Schulkind 9.–12. Lj.110/70 mmHg
Jugendliche/Erwachsene120/80 mmHg
Ältere Menschen140/90 mmHg

Blutzucker
Glukosespiegel im Blut; physiologisch: 50-140 mg/dl Plasma

Brachial 
Zum Arm gehörend

C

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung 
Abk.: COPD

D

Dehydratation
Syn.: Hypohydratation, Wassermangel; Volumenminderung des extrazellulären Körperwassers

Dekubitus 
Syn.: Druckgeschwür; durch anhaltenden Druck entstehende Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes

Diabetes mellitus
Syn.: Zuckerkrankheit; durch Insulinmangel oder verminderte Insulinempfindlichkeit bedingte, chronische Störung des Glukosestoffwechsels mit Erhöhung des Blutzuckerspiegels bei erniedrigter intrazellulärer Blutzuckerverfügbarkeit

Diabetes mellitus Typ 1
Absoluter Insulinmangel, d. h. die Bauchspei-cheldrüse produziert zu wenig Insulin
infolge autoimmun bedingter Zerstörung der B-Zellen des Pankreas

Diabetes mellitus Typ 2
Relativer Insulinmangel durch Insulinresistenz oder gestörte Insulinsekretion, d. h. Überernährung erhöht den Insulinbedarf; die zu stimulierenden Zellen werden allerdings langsam unempfindlich gegen den Insulinreiz; Auftreten in aller Regel im mittleren bis höheren Lebensalter

Diabetisches Fußsyndrom
Abk.: DFS; Syn.: diabetischer Fuß; Entwicklung von Ulzerationen an den Füßen durch mangelhafte Blutversorgung und Empfindungsfähigkeit

Diabetisches Koma
Syn.: Coma diabeticum; komatöser Zustand infolge einer Überzuckerung ab ca. 400 mg/dl; lebensbedrohliche Akutkomplikation des Diabetes mellitus; Unterteilung: ketoazidotisches und hyperosmolares Koma

Diastole 
Erschlaffungsphase des Herzens; Geg.: Systole

Diuretika 
Arzneimittel, die eine vermehrte Harnausscheidung bewirken

Duodenum
Zwölffingerdarm; folgt auf den Magen, Form eines C, nur 25 cm lang, unbeweglich

Dyspnoe
Atemnot; erschwerte Atmung

E

EKG 
Abk. für: Elektrokardiogramm; Messung der elektrischen Erregung des Herzens, kann an der Körperoberfläche abgeleitet werden; Unterscheidung: Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG

Endokard 
Herzinnenhaut; sehr dünne und glatte Epithelschicht, die alle Innenräume inklusive der Klappen überzieht

Endokarditis 
Entzündung der Herzinnenhaut (= Endokard) mit drohender Zerstörung der Herzklappen; Letalität ca. 20 %, Folgeschäden möglich

Endokrin
Sekretion nach innen (in Blut oder Lymphe); Geg.: exokrin

Entspannungsphase (Herzkreislauf) 
Das Kammermyokard erschlafft, die Kammerdrücke sinken, die Klappen schließen

Enzyme
Für den Stoffwechsel aller Organismen unentbehrliche Eiweißkörper;
Biokatalysator aus Eiweißen zur Beschleunigung von chemischen Reaktionen

Epikard 
Herzaußenhaut

F

Flüssigkeitsbilanzierung 
Erfassen der Flüssigkeiten, die in einem festgesetzten Zeitraum dem Körper zugeführt (Einfuhr) und vom Körper ausgeschieden (Ausfuhr) wurden; Unterteilung: positive Bilanz (Einfuhr übersteigt Ausfuhr), ausgeglichene Bilanz (Einfuhr entspricht Ausfuhr) und negative Bilanz (Ausfuhr übersteigt Einfuhr)

Füllungsphase (Herzkreislauf) 
Der Kammerdruck sinkt unter den Vorhofdruck, die Segelklappen öffnen sich, und Blut strömt passiv in die Kammern; die Phase endet mit Schließung der Segelklappen. Die nächste Systole folgt

G

Glukagon
In den A-Zellen der Langerhans-Inseln gebildetes Hormon; regelt den Abbau und die Neubildung von Glykogen und ist der Gegenspieler des Insulins (erhöht den Blutzuckerspiegel)

Glukose
Traubenzucker, ein Monosaccharid; wichtigster Energielieferant
für den menschlichen Organismus

H

Herzbettlage 
Oberkörperhoch- und Beintiefpositionierung mit Abstützung der Hände und Füße zur Erleichterung der Atmung und Entlastung des Herzens

Herzkammer 
Lat.: Ventriculus dexter/sinister; Innenraum des Herzens, aus welchem das Blut weitergepumpt (ausgetrieben) wird

Herzkatheteruntersuchung 
Linksherzkatheteruntersuchung Ein langer, dünner Katheter wird bei örtlicher Narkose und unter Röntgenkontrolle über eine Arterie in Ellenbeuge oder Leiste gegen den Blutstrom ins Herz vorgeschoben; Drucksensoren messen die Drücke in linker Kammer und linkem Vorhof

Rechtsherzkatheteruntersuchung Nach Punktion einer Vene wird der Katheter in die rechte Herzhälfte vorgeschoben; technisch wesentlich einfacher als der Linksherzkatheter

Herzrhythmusstörungen 
Störung der Herzfrequenz und/oder der Regelmäßigkeit des Herzschlags aufgrund von Reizleitungs- und/oder Reizbildungsstörungen

His-Bündel 
Teil des Erregungsleitungssystems, tertiärer Taktgeber, 20–30 Erregungen pro Minute

Hormon
Signal- und Botenstoff für die Kommunikation zwischen Organen und Zellen

Husten 
Heftige Ausatmung gegen die zunächst geschlossene, dann plötzlich geöffnete Stimmritze zum Freihalten der Atemwege; physiologisch oder pathologisches Auftreten

Hyperglykämie
Überzuckerung

Hyperlipoproteinämie
Syn.: Hyperlipidämie; erhöhte Fettkonzentration im Blut

Hypoglykämie
Unterzuckerung

Hypertonie, arterielle 
Dauerhafter Blutdruck über der Normwertgrenze von 140/90 mmHg; besteht oft lange ohne Beschwerden und Wissen der Betroffenen und hat Langzeitfolgen

I

Immunsystem
Syn.: Abwehrsystem; komplexes System aus verschiedenen Organen und spezialisierten Zellen, welches körperfremde Substanzen (z. B. Bakterien, Viren, Eiweiße)sowie fehlerhafte, körpereigene Zellen identifiziert und wenn möglich vernichtet

Insulin
Hormon, das die Wirkung von Leptin verstärkt; wichtigste Aufgabe ist die Blutzuckersenkung

J

K

Kapillaren 
Feinste Blutgefäße, durch deren Wand sich der Austausch der Moleküle zwischen Blut und Gewebezellen vollzieht

Kardiomyopathie 
Abk.: CM; Herzmuskelerkrankung mit Funktionsstörung des Herzmuskels, die nicht Reaktion auf eine andere Herz- oder Gefäßerkrankung ist

Kardiomyozyten 
Herzmuskelzellen

Klappeninsuffizienz 
Herzklappen schließen nicht mehr dicht, sodass Blut gegen die Flussrichtung zurückströmen kann (Reflux)

Klappenstenose 
Angeborene oder erworbene Verengung der Herzklappen, z. B. Aortenstenose und Pulmonalklappenstenose; AV-Klappen sind selten betroffen

Koronare Herzkrankheit
KHK
 Abk. für: k oronare H erz k rankheit; Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff aufgrund verengter Koronararterie

Kohlenhydrate
Verbindung von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff; speichern Sonnenenergie in chemischer Form und sind damit die Grundlage irdischen Lebens

Kontrastmittel 
‘Radioaktive Lösung zur Kontrastverstärkung und besseren Darstellung von Strukturen und Geweben; Aufnahme des Kontrastmittels je nach Untersuchung/Zubereitung: durch Sonde oder Einlauf, Schlucken, Injektion

Koronarsyndrom, akutes 
Abk.: ACS; alle lebensbedrohlichen KHK-Manifestationen: instabile Angina pectoris, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod

Kutschersitz Sitzposition mit nach vorn gebeugtem Oberkörper und auf den Oberschenkeln aufgestützten Armen; dient der Vergrößerung der Atemfläche durch die Dehnung des Brustkorbs; Erleichterung bei Atemnot, Begünstigung des tiefen Atmens vor dem Abhusten

L

Langerhans-Inseln
Hormonproduzierende Zellen des Pankreas; Produktion von ▶ Insulin, Glukagon, ▶ Somatostatin und pankreatischem Polypeptid

Lipase
Enzym des Pankreas zur Fettverdauung; spaltet von Triglyzeriden die Fettsäuren ab

Lippenbremse, dosierte 
Geräuschloses Entweichen der Ausatmungsluft zwischen den locker aufeinanderliegenden Lippen; Atemübung zur verbesserten Lungenbelüftung bei Asthma bronchiale und chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen

M

Mikroangiopathie
Erkrankung der kleinen Arterien und Kapillaren; führt u. a. zu Schädigung der Netzhaut (Retinopathie) und Nieren (Nephropathie)

Mitralklappe 
Lat.: Valva mitralis; Herzklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Kammer; erinnert mit ihren zwei Segeln an eine Bischofsmütze (Mitra)

Makroangiopathie
Erkrankung der großen Blutgefäße Makroangiopathie, diabetische Vorzeitige Arteriosklerose der großen Arterien beim Diabetiker; führt zu koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und peripheren Durchblutungsstörungen

Myokard 
Muskelschicht der Herzwand

Myokardinfarkt 
Herzinfarkt

N

Neuropathie, diabetische
Durch Diabetes mellitus verursachte Nervenschädigung

Nephropathie
Nierenschädigung

Nephropathie, diabetische
Vergrößerung der Glomeruli und Verdickung der glomerulären Kapillarwände durch Hyperglykämie; langsame Abnahme der Nierenfunktion bis zur Dialysepflicht

NYHA-Stadien 
Stadieneinteilung der Herzinsuffizienz gemäß der N ew Y ork H eart A ssociation; I: keine Beschwerden bei normaler Belastung, II: Beschwerden bei stärkerer körperlicher Belastung, III: Beschwerden bei geringer körperlicher Belastung, IV: Beschwerden (Dyspnoe) in Ruhe

O

Obstipation
Syn.: (Stuhl-)Verstopfung, Konstipation; verzögerte Darmentleerung mit geringer Stuhlfrequenz (alle 3–4 Tage), harter Stuhlkonsistenz und damit verbundenen Beschwerden

Ödem Syn.: Wassersucht; Ansammlung von Flüssigkeit in Zellen oder Geweben

P

Pankreas
Bauchspeicheldrüse

Palpitation 
Herzklopfen; verstärkter, beschleunigter Herzschlag

Penetration 
1. Durchbruch (z. B. eines Geschwürs in Nachbargewebe); 2. Eindringen des Penis beim Geschlechtsverkehr

Perikard ‘
Herzbeutel; unten mit dem Zwerchfell und seitlich mit der Pleura verwachsen

Perikarditis 
Entzündung des Herzbeutels (= Perikard); meist gute Prognose; Unterteilung: Pericarditis sicca (Kennzeichen: Perikardreiben bei Auskultation) und Pericarditis exsudativa (feuchte Perikarditis, Folgestadium der Pericarditis sicca mit entzündlichem Perikarderguss im Herzbeutel)

Polydipsie
Hohe Trinkmenge

Polysaccharid
Vielfachzucker, Zusammenschluss eines Disaccharids mit weiteren Monosacchariden

Polyurie
Vermehrte Harnausscheidung, > 2500 ml/24 Std.

Prädilektionsstelle 
Bevorzugt betroffene Körperstelle oder -region; Kenntnis davon ist entscheidend für Diagnose und Prophylaxemaßnahmen, z. B. gegen Dekubitus

Pulmonalklappe 
Lat.: Valva trunci pulmonalis; Klappe zwischen rechter Kammer und Truncus pulmonalis

Puls 
Rhythmischer Schlag; Anschlagen der durch die Systole des Herzens fortgeleiteten Blutwelle in den Arterien

Purkinje-Fasern 
Teil des Erregungsleitungssystems; feinste Stufe; verteilen die Erregung über die Kammern 

Q

R

S

Sinusknoten 
Primärer, elektrischer Taktgeber des Herzens; steuert die Erregungsbildung, in Ruhe normalerweise 60–80 Erregungen pro Minute

Sputum 
Syn.: Auswurf, Expektoration; ausgehustetes Bronchialsekret, abgesehen von geringen Mengen gelegentlichen, glasig-hellen Sputums immer pathologisch

Synthese
Zusammensetzung, Aufbau

Symptom 
Zeichen, das auf eine bestimmte Erkrankung hinweist

Systole 
Kontraktionsphase des Herzen; Geg.: Diastole

T

Thrombose 
Syn.: Blutpfropfbildung; lokale intravasale und intravitale (= während des Lebens auftretende) Gerinnung

Trikuspidalklappe 
Lat.: Valva tricuspidalis ( Abb. 434 ); Herzklappe zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Kammer; sie hat drei Segel (Lat.: tricuspidalis = dreizackig)

Trypsin
Enzym zur Aufschließung von Eiweißen; die Vorstufe heißt Trypsinogen; Teil des Pankreassafts

U

V

Venen
Zum Herz hinführende Blutgefäße

Vitalzeichen 
Zeichen der Lebendigkeit: Bewusstsein, Atmung, Kreislauf (Blutdruck, Puls)

W

X

Y

Z


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