Diabetes mellitus/Zuckerkrankheit

Verschiedene Stoffwechselstörung mit chronischer Erhöhung des Blutzuckerspiegels (bei erniedrigter intrazellulärer Blutzuckerverfügbarkeit) durch Insulinmangel
und/oder verminderte Insulinempfindlichkeit; weiterführende Stichworte: Adipositas/Übergewicht, Bewusstseinsveränderung/Vigilanzstörung;
Hyperglykämie, Hypoglykämie, Infektion lokale, Injektion, Polyurie, Sensibilitätsstörungen/Empfindungsstörungen, Wunde chronische

Informationen sammeln

▷ Screening zur Ermittlung des Blutzuckerspiegels

  • Seit wann ist Diabetes mellitus bekannt?
  • Welche Form des Diabetes mellitus liegt vor?
  • Metabolisches Syndrom?

Ursachen

  • Absoluter Insulinmangel (z. B. Diabetes
    mellitus Typ 1)?
  • Relativer Insulinmangel durch Insulinresistenz
    (z. B. Diabetes mellitus Typ 2)?

Symptome

  • HbA1c ↑ (> 7)?
  • Trinkmenge? (Polydipsie)?
  • Ketoazidotische Stoffwechselentgleisung
    mit oder ohne Koma (oft bei Kindern)
  • Bewusstseinsstörung?
  • Vermehrtes Durstgefühl?
  • Dehydratation?
  • Polyurie?
  • Gewichtsverlust?
  • Übelkeit? Erbrechen?
  • Bauchschmerzen?
  • Schwäche?
  • Rasche Ermüdung?
  • Kopfschmerzen?
  • Heißhunger?
  • Tremor?
  • Unruhe?
  • Kalter Schweiß?
  • Schwindel?
  • Puls?
  • Blutdruck?
  • Atmung?
    – Kußmaul-Atmung (vertieft e Atmung)?
    – Azetongeruch?
  • Harnwegsinfekt?
  • Pilzinfektion?
  • Ekzeme?
  • Restharnbildung?
  • Obstipation?
  • Blasenfunktionsstörungen?
  • Muskelschmerzen?
  • Krampfanfall?
  • Verzögerte Wundheilung?
  • Sehverschlechterung?
  • Herabgesetztes Empfinden für Temperatur,
    Berührung, Schmerz?
  • Liegen bereits Folgeschäden vor?
    – Periphere Polyneuropathie?
    – Periphere arterielle Verschlusskrankheit
    – (pAVK)?
    – Durchblutungsstörungen?
    – Diabetischer Fuß?
    – Nierenschäden
  • – Gangrän?
  • – Retinopathie?
  • – Glaukom?
  • – Katarakt?
  • – Herzrhythmusstörungen?
  • – Herzinfarkt?
  • – Apoplex?

Ressourcen

  • Pat. verteilt Mahlzeiten 5 × am Tag
  • Pat. achtet auf kleine Zwischenmahlzeiten
  • Pat. trinkt gerne Wasser
    Lebensweise:
  • Pat. geht täglich spazieren
  • Pat. hat einen geregelten beruflichen Tagesablauf
  • Pat. kennt Diät und hält sich daran
  • Pat. ist orientiert
  • Pat. ist selbstständig und kann Blutzucker
    (BZ) messen, ggf. Insulin spritzen, versteht
    die Zusammenhänge
  • Pat. nimmt orale Antidiabetika selbstständig
    ein
  • Pat. hat intakte Haut an gefährdeten Hautstellen,
    z. B. Füße
  • Pat. führt Diabetikertagebuch
  • Pat. ist mobil
  • Familie, Angehörige und Freunde unterstützen
    den Pat.
  • Guter AZ/EZ

Ziele festlegen

  • Der Blutzuckerspiegel des Pat. ist ausgeglichen
    (physiologische Werte)
  • Pat. soll einen Nüchtern-BZ von <120 mg/dl
    haben
  • Pat. kann Blutzuckerkontrolle selbst durchführen
  • Pat. kann Blutzuckerwerte adäquat einschätzen
  • Pat. kennt Medikamente und Insulinarten,
    kann sie richtig lagern und applizieren
  • Pat. ist über Kohlenhydrate, Zucker, Süßstoffe
    und Zuckeraustauschstoffe informiert
  • Pat. kann Nahrung selbstständig zusammenstellen
  • Pat. bewahrt bei guter Blutzuckereinstellung
    größtmögliche Flexibilität der
    Nahrungsaufnahme
  • Pat. kennt die Folgeschäden des Diabetes
    mellitus
  • Pat. kennt die Symptome einer Hypo-/
    Hyperglykämie
  • Pat. hat intakte Haut an gefährdeten Hautstellen
    z. B. Füße

Maßnahmen planen

  • Blutzucker bestimmen (Zeitpunkte und Bedarf angeben)
  • Insulin nach Anordnung und Blutzuckerspiegel
    injizieren
  • Auf Blutzuckerentgleisungen achten:
    – Unruhe
    – Schwitzen
    – Traubenzucker geben
    – BZ kontrollieren/Arzt rufen, wenn Pat.
    nicht geweckt werden kann
  • Bei Azeton im Urin:
    – Pat. mit erhöhter Trinkmenge versorgen
  • Ggf. Flüssigkeitsbilanz
  • Tgl. Hautpflege und Kontrolle der Haut, besonders
    Zehenzwischenräume und Füße
  • Zur Fußvisite anleiten
  • Fußpflege durch professionelle Fußpflegekraft
  • Auf Druckstellen (besonders an den Füßen)
    achten
  • Pat. empfehlen, nicht barfuß zu gehen
  • Verletzungen sofort desinfizieren
  • Ggf. Gewichtsreduktion
  • Tageskostplan erstellen
  • Blasentraining bei Restharnbildung
  • Bei fieberhaften Infekten auf Stoffwechselentgleisungen
    achten
  • Ausgepackter Traubenzucker in Reichweite
    des Patienten bzw. der Pflegenden
  • Bei Bettlägerigkeit alle Prophylaxen
  • Patienten-/Angehörigenschulung und
    Anleitung
    zu:
    – Blutzuckerbestimmung
    – Insulininjektion
    – Umgang mit Insulin
    – Selbstständigen Gebrauch von Spritze,
    Pen oder Pumpe und diesen einüben
    (besonders
    Patronenwechsel des Pen)
    – Konventionelle bzw. intensivierte konventionelle
    Insulintherapie, Lagerung
    von Insulin
    – Ggf. Umgang mit Insulinpumpe
    – Injektionsstellen
    – Spritz-Ess-Abstand
    – Verhalten auf Reisen oder bei Krankheit
    – Diabetestagebuch
    – Notfallausweis
  • Beratungs- und Informationsgespräche für
    Patient und Angehörige zu:
    – Bereich gesunde Ernährung: Kohlenhydrate
    innerhalb der Gruppen (Brot, Getreide,
    Milch- und Milchprodukte, Kartoffeln,
    Gemüse, Obst) nach Wunsch austauschen;
    Zusammenhang von Blutzucker,
    Kohlenhydraten und Insulin der
    Bauchspeicheldrüse sowie Wirkung von
    Alkoholkonsum erklären
    – Bereich Fuß- und Körperpflege
    – Bereich ärztliche Kontrollen/Medikamente:
    über Zeichen von Hypo-/Hyperglykämie
    aufklären, über Selbsthilfemöglichkeiten
    informieren
    – Bereich Bewegung: günstige Auswirkungen
    von Bewegung auf Diabetes, Pat. zu
    Sport anregen

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  • BZ-Wert, Laborwerte
  • Urinkontrolle
  • Verhalten
  • Vitalzeichen
  • Gewicht
  • Krankheitsverständnis, Compliance

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